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Jena reagiert gelassen auf Widerstand der DFL | 2007-09-19


Jena - Mit Gelassenheit haben der Fußball-Zweitligist FC Carl Zeiss Jena und die russische Alpha Invest Group Corporation, die in den nächsten fünf Jahren rund 25 Millionen Euro in den thüringischen Verein investieren will, auf den angekündigten Widerstand durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) reagiert.

Die Frage ist, ob die Bedenken überhaupt durch die DFL-Statuten gedeckt sind. Gerade weil wir so einen Fall in Deutschland noch nie hatten, gibt es vielleicht gar keine Handhabe, sagte der Rechtsanwalt Joachim Rain, der das Unternehmen mit Sitz auf den britischen Jungferninseln vertritt, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Dass der Vertragsentwurf vom DFL-Finanzgeschäftsführer Christian Müller mit großer Skepsis zur Kenntnis genommen wurde, wertet Rain als normalen Vorgang. Er sei sich jedoch sicher, dass nach dem für Montag vereinbarten Gespräch in der Frankfurter DFL-Zentrale alle Probleme ausgeräumt sind. Wenn es berechtigte Zweifel gibt, werden wir darüber diskutieren und diese beseitigen, versicherte Rain und betonte, dass die Partnerschaft nicht an kleinen Formulierungen scheitert. In einem solchen Fall würde der Investor Beweglichkeit zeigen, meinte der Ludwigsburger Rechtsanwalt. Auch Jenas Präsident Rainer Zipfel sieht dem Treffen zuversichtlich entgegen: Dass es für die DFL noch ein paar Punkte zu klären gilt, ist uns bekannt. Wir sind optimistisch, einen Konsens zu erzielen, sagte Zipfel.

Unterstützung erhält der Verein vom Thüringer Fußballverband. Rainer Milkoreit, Präsident des Landesverbandes und Mitglied im Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), begrüßte die geplante Millionen-Investition des Immobilien- und Baustoffkonzerns. Dabei handele es sich nun einmal um eine weltweite Verfahrensweise, wie sich Personen mit viel Geld gut präsentieren wollen, so Milkoreit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DFL das verbietet. Zu allen Fragen der Liga wird es vernünftige Lösungen geben, sagte er.

Carl Zeiss will nach der Ausgliederung seiner Lizenzspielerabteilung in eine GmbH, über die am 29. September die Mitgliederversammlung entscheiden muss, die maximal möglichen 49 Prozent dieser Gesellschaft an die russische Investorengruppe verkaufen. Laut DFL-Statut müssen mindestens 50 Prozent plus X bei dem Verein verbleiben. Außer dieser Klausel gibt es für einen solchen Fall keine einschlägigen Regelungen. Natürlich darf diese nicht ausgehöhlt werden, betonte Rain.

Nach Ansicht des Anwalts ist der Vertrag jedoch sehr moderat, der Verein sehr gut bedient. Für den Investor ist der Entwurf dagegen alles andere als günstig. Er erhält weiche, überschaubare Rechte, weil in Deutschland anders als in England so restriktive Bestimmungen existieren, sagte Rain.


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