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Bayern laufen hinterher - HSV mit erstem Saisonsieg | 2006-10-22


Düsseldorf - Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 13 Jahren befindet sich Top-Favorit FC Bayern München in der ungewohnten Verfolgerrolle - Werder Bremen und Schalke 04 geben derzeit in der Fußball-Bundesliga den Takt an.

Wir haben nur zugeguckt. Das ist eine Niederlage, die wehtut, monierte Abwehrspieler Daniel van Buyten nach der 1:3-Niederlage des deutschen Rekordchampions beim Vizemeister aus Bremen selbstkritisch.

Joker Paulo Guerrero bescherte dem Hamburger SV mit zwei Treffern (70./86.) den ersehnten Befreiungsschlag beim 2:1 (0:1)-Sieg bei Bayer Leverkusen. Überschwänglich feierte die Mannschaft von Trainer Thomas Doll den ersten Dreier der Saison nach 15 Pflichtspielen ohne Erfolg. Andrej Woronin (40.) hatte Bayer in Führung gebracht, eher der eingewechselte Peruaner für den HSV zum Matchwinner wurde. Turbulent ging es Duell der Remis-Könige Eintracht Frankfurt und 1. FC Nürnberg zu, deren Serien durch das 2:2 (1:1) hielten. Der Club verpasste mit dem sechsten Unentschieden hintereinander den Sprung auf Platz drei, bleibt aber wie die Hessen (sieben Remis) nach acht Spieltagen ungeschlagen.

Drei Punkte Rückstand auf die Spitze hat der FC Bayern - 2005 sah es zum gleichen Zeitpunkt wie gewohnt aus: Bayern vor dem Hamburger SV, Werder und Schalke. Doch jetzt ist vieles anders. Fans an den Fernsehschirmen in 93 Ländern und 42 100 Augenzeugen im Weserstadion erlebten erneut das zweite Gesicht der Bayern, die nach den Pleiten von Bielefeld und Wolfsburg auswärts abermals klein beigeben mussten. Bundesliga-Spiele und Europapokal-Abende sind in dieser Saison scheinbar ein Problem, erkannte Bayern-Chefcoach Felix Magath.

Schlimmes ist indes noch nicht passiert. Schließlich trennen Tabellenführer Bremen und die mit 16 Punkten gleichauf liegenden Schalker nach deren 2:1 gegen Hannover 96 nur fünf Zähler von Aufsteiger Energie Cottbus, der bei der furios gestarteten Alemannia aus Aachen 2:1 gewann und in der Auswärtstabelle an den Bayern vorbeizog. Aachen hat aber wie Borussia Dortmund (1:1 gegen den VfL Bochum), der VfB Stuttgart (1:1 beim VfL Wolfsburg) und die in der Fremde weiter enttäuschenden Borussen aus Mönchengladbach (1:2 bei Hertha BSC) nur einen Punkt Rückstand auf Berlin und München.

Werder brannte gegen die Bayern ein fußballerisches Feuerwerk ab, und Nationalspieler Torsten Frings gab sich sehr selbstbewusst: Wenn wir weiter diese Leistung bringen, haben wir eine gute Chance, Meister zu werden. Das ist unser Ziel. Wir haben bewiesen, dass wir zu Recht oben stehen. Es war spektakulär: Bremens brasilianischer Star Diego bestrafte einen dummen Rempler von Bayern-Torhüter Oliver Kahn mit einem fulminanten Schuss zum 1:0, es folgte Pierre Womés nicht minder beeindruckendes 2:0, und nach Roy Makaays Anschlusstor schließlich die Entscheidung durch Lucios Eigentor. Was Werder bot, war Güteklasse A. Manager Klaus Allofs wollte hinterher gar nicht diskutieren, wer den schöneren, aber heute auch erfolgreicheren Fußball gespielt hat. Und Nationalspieler Clemens Fritz kommentierte trefflich: Wir haben die Bayern nicht zum Atmen kommen lassen.

Schön und erfolgreich spielte auch Schalke - aber nur 30 Minuten und mit zwei Gala-Toren von Zlatan Bajramovic und Lewan Kobiaschwili. Dann wurde es doch nur ein Arbeitssieg gegen Hannover 96, das unter Trainer Dieter Hecking erstmals verlor und den ehemaligen Aachener von Teilzeitarbeit seiner Profis sprechen ließ: Wie ein roter Faden ziehe es sich durch, dass die Mannschaft es nicht schaffe, 90 Minuten konzentriert zu sein. Heckings frühere Aachener Schützlinge litten beim 1:2 gegen Cottbus am selben Symptom: 45 Minuten top, dann ein Flop. In den ersten 45 Minuten haben wir das Spiel nicht zu Ende gespielt. Dafür wirst du bestraft, sagte Coach Michael Frontzeck.

Kritisch wird es langsam in Dortmund und Mainz. Die BVB-Fans quittierten das 1:1 gegen den Tabellenletzten VfL Bochum mit gellenden Pfiffen. Mittelfeldspieler Florian Kringe: Nach solch einer Leistung brennt in Dortmund immer der Baum. Trainer Jürgen Klopp vom FSV Mainz 05 brachte die Situation nach dem 0:1 bei Arminia Bielefeld und dem siebten Spiel in Serie ohne Sieg auf den Punkt: Das ist Abstiegskampf. Mainz hat wie Wolfsburg erst sieben Punkte. Dabei konnten die Niedersachsen nach dem 1:1 gegen Stuttgart noch von Glück sprechen, dass VfB-Angreifer Mario Gomez nur ein Mal traf und den dritten Auswärtssieg der Schwaben fast allein verschenkte.


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