Berlin - Klassenkampf im DFB-Pokal: Zum Abschluss der 2. Runde rücken die Duelle zwischen Ober- und Unterhaus in den Mittelpunkt. In fünf von acht Begegnungen messen sich Fußball- Bundesligisten mit Zweitligisten.
Im Fokus steht die Partie zwischen dem in der Meisterschaft schwächelnden FC Bayern München und Erstliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern. Der Double-Gewinner will die perfekte Pokal-Bilanz unter Trainer Felix Magath fortschreiben und nach dem bitteren 1:3 bei Klassenprimus Werder Bremen einen weiteren Schritt zum 14. DFB-Pokalsieg machen. Magath forderte, die ernüchternde Pleite in Bremen gedanklich abzuhaken.
Die Roten Teufel vom Betzenberg geben sich angriffslustig. Während Mittelfeldspieler Sebastian Reinert tönt: Bayern muss sich warm anziehen, fordert Trainer Wolfgang Wolf aber moderater: Wir wollen die Bayern ein wenig ärgern. Doch die Chancen stehen für den Zweitliga-Dritten schlecht. Mit dem nach drei Auswärtspleiten hintereinander in der Bundesliga unter Druck geratenen Magath gewann der Rekordmeister alle 13 Pokalspiele. Die letzte Heimniederlage liegt mehr als 15 Jahre zurück. Im August 1991 blamierten sich die Bayern beim 2:4 gegen Homburg. Zuletzt standen sich Bayern und Lautern im Pokalfinale 2003 (3:1) gegenüber.
Bundesliga-Absteiger MSV Duisburg fordert im West-Derby Bayer Leverkusen heraus. Nach der Pleite gegen Hamburg (1:2) sagte Trainer Michael Skibbe: Jeder weiß, dass mein Vertrauen in die Mannschaft und in ihre Fähigkeit, eine Reaktion zu zeigen, groß ist. Bayer bangt um den Einsatz von Ahmed Madouni, dem eine Muskelverletzung zu schaffen macht. Carsten Ramelow kehrt nach seiner Sperre in der Liga in die Mannschaft zurück. Die Duisburger Defensive klagt derweil über Personalnöte, drei Akteure fallen aus. Neuzugang Quido Lanzaat soll trotz fehlender Spielpraxis sein Debüt geben. Es ist das erste MSV- Pokalheimspiel seit knapp sechs Jahren.
Der Überraschungsdritte Hertha BSC muss zu Regionalligist Stuttgarter Kickers reisen. Uns erwarten Hektik und Provokationen. Der Underdog will den Großen schlagen, warnte Berlins Trainer Falko Götz, der an die Einstellung seiner Profis appelliert. Erst wenn wir den Kampf angenommen haben, werden sich die spielerischen Mittel durchsetzen. Dann kann es nur einen Sieger geben, bekräftigte Götz.
Ausgerechnet im Pokal, in dem ein Elfmeterschießen möglich ist, muss Eintracht Frankfurt bei Zweitligist Rot-Weiß Essen auf den verletzten Strafstoß-Spezialisten Markus Pröll (Rippenprellung) im Tor verzichten. Der Keeper parierte in dieser Saison bereits drei Schüsse vom Punkt, wird nun aber durch Oka Nikolov ersetzt. Eintracht-Coach Friedhelm Funkel erwartet eine heikle Aufgabe.
Eine Sorge ist der in der Bundesliga ungeschlagene 1. FC Nürnberg im Pokal los: Nach sechs Unentschieden in der Meisterschaft ist diesmal ein Remis ausgeschlossen. Eine Entscheidung beim Zweitligisten SC Paderborn per Elfmeterschießen wäre Trainer Hans Meyer jedoch nicht lieb: Da haben wir zuletzt keine glücklichen Füßchen bewiesen.
Mit guten Erinnerungen tritt Claus-Dieter Wollitz als Trainer des Regionalligisten VfL Osnabrück gegen den auswärtsschwachen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Als Regisseur und Torschütze machte Wollitz vor 14 Jahren den Fohlen beim 4:1 Beine. Ich habe Respekt vor Jupp Heynckes. Aber wir sind gut vorbereitet und werden auf alle Maßnahmen meines Gladbacher Kollegen eine Antwort haben, versicherte Wollitz.
Der Aachener Tivoli wird gegen Zweitligist Aue wohl erneut nicht ausverkauft sein. Gegen die Sachsen will der Bundesligaaufsteiger nebenbei auch wieder Selbstvertrauen für die Liga sammeln. Zuletzt patzten die Shooting-Stars gegen Cottbus (1:2).
Regionalligist SC Pfullendorf hofft auf die zweite Überraschung im Pokal. Nachdem der südbadische Pokalsieger in der ersten Runde Erstligist Arminia Bielefeld ausgeschaltet (2:0) hat, soll nun Zweitligist Offenbacher Kickers bezwungen werden. Solch eine Chance, ins Achtelfinale zu kommen, kriegen wir die nächsten zehn Jahre nicht mehr, sagte SC-Trainer Michael Feichtenbeiner.
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