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Club mit Sorgen zurück auf Europas Bühne | 2007-09-19


Nürnberg - Fast zwei Jahrzehnte war der 1. FC Nürnberg nur Zuschauer in Fußball-Europa, nach dem Saison-Fehlstart kommt bei der lang ersehnten Rückkehr auf die internationale Bühne aber keine Festtagstimmung auf.

Wir wollten den UEFA-Cup genießen. Das geht aber nur, wenn man seine Hausaufgaben in der Bundesliga gemacht hat, sagte FCN-Sportdirektor Martin Bader vor dem Heimspiel in der ersten UEFA-Pokal-Runde gegen Rapid Bukarest. Zwar konnte der DFB-Pokalsieger zuletzt die dritte Liga-Heimpleite in Serie abwenden, voller Selbstvertrauen gehen die Franken die Mission Europa aber nicht an. Bader: Wir haben einen der schwersten Gegner gezogen. Rapid ist Favorit. Wir gehen als Außenseiter in das Spiel.

Nach einer perfekten Saison mit UEFA-Cup-Qualifikation und dem DFB-Pokalsieg als erstem Titel seit fast 40 Jahren sahen die Leid geprüften Anhänger des Club endlich bessere Zeiten heraufziehen. Trainer Hans Meyer wurde die Euphorie im Frankenland jedoch schon vor dem Saisonstart zu viel. Es ist eine bekannte Sache, dass Mannschaften, die überraschend etwas erreicht haben und am oberen Limit gespielt haben, in der kommenden Saison aufpassen müssen.

Und tatsächlich erwies sich der Erfolgsdruck in der Liga bisher als zu groß für die Nürnberger, nur ein Sieg gegen Aufsteiger Hansa Rostock wurde eingefahren. Vor heimischem Publikum gab es beim gefühlten Sieg gegen Hannover 96 immerhin einen Zähler zu bejubeln, nach der Aufholjagd zum 2:2 ist bei den Franken Hoffen angesagt. Wir haben den Knoten gelöst. Die Mannschaft lebt wieder, sagte Abwehrspieler Andreas Wolf voller Zuversicht für die Partie gegen den rumänischen Pokalsieger.

Mehr als nur ein Heimpunkt ist für das große Ziel Gruppenphase Pflicht, doch die Nürnberger sind vor dem Eisenbahner-Club aus der rumänischen Hauptstadt gewarnt. Mit Hertha BSC und dem Hamburger SV schaltete Rapid im UEFA-Cup 2005/06 gleich zwei Bundesligisten aus, derzeit rangiert das Team in der heimischen Liga auf Platz zwei. Selbst im Stadtderby bei Champions-League-Starter Steaua blieb Rapid unbesiegt. Sie spielen sehr organisiert, sind ballsicher und fußballerisch stark, beschrieb Meyer die Vorzüge der Rumänen. Die Bukarester sind von den Mannschaften aus dem Osten ein ganz anderes Kaliber.

Natürlich soll dieses UEFA-Cup-Heimspiel keine Eintagsfliege sein, doch die Verantwortlichen beim schwächelnden Pokalsieger bauen schon einmal vor. Auch ohne Erreichen der Gruppenphase im UEFA-Cup hätten wir etwas auf der hohen Kante, um notfalls im Winter personell nachlegen zu können, so Bader. Auch Meyer relativierte den Auftritt auf Europas Bühne: Es ist eine herrliche Sache, wieder dabei zu sein. Die Punktspiele in der Bundesliga werden aber auf lange Sicht für einen Verein wie den 1. FC Nürnberg das Wichtigste bleiben.


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