Glasgow - Tor-ero Mario Gomez hat einen großen Traum. Irgendwann möchte ich in Spanien spielen. Es gibt da einige Vereine, die mich reizen, verriet der Torjäger des VfB Stuttgart mit den schwäbisch-spanischen Wurzeln vor dem Auftakt zur Champions League in Glasgow.
Sorgen, dass Gomez auf dem Absprung ist, müssen sich die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten aber nicht machen. Ich bin noch jung, sagte der 22-Jährige vor der Partie gegen die Rangers. Meine volle Konzentration und mein voller Einsatz gelten dem VfB, versicherte Gomez in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Schließlich hat der in der Sommerpause für angeblich 25 Millionen Euro von Juventus Turin umworbene Jungstar seinen Vertrag beim deutschen Meister erst im Juli um ein weiteres Jahr bis 2012 verlängert. Sportdirektor Horst Heldt bezeichnete das Objekt der Begierde mehrmals als unverkäuflich.
Auch wenn Gomez derzeit keine Abwanderungsgedanken hegt, kann er sich in der Königsklasse schon mal direkt seinem Lieblingsclub präsentieren. Es gibt nichts besseres als den FC Barcelona. Das ist für mich der absolute Top-Club in Europa, schwärmte der deutsche Fußballer des Jahres über das katalanische Star-Ensemble mit Ronaldinho, Messi, Etoo und anderen Größen. Die hab ich mir als Gegner gewünscht. Am 2. Oktober beim ersten Heimauftritt im Daimlerstadion und am 12. Dezember zum Abschluss der Gruppe E im Camp Nou erfüllt sich Gomez Jugendtraum, gegen Barca einmal spielen zu dürfen, gleich zwei Mal.
Ein anderer großer Traum war schon vor dreieinhalb Jahren Wirklichkeit geworden: Im Achtelfinal-Rückspiel beim FC Chelsea wechselte der damalige VfB-Trainer Felix Magath den A-Jugendlichen beim Stand von 0:0 in der 81. Minute für Verteidiger Andreas Hinkel ein. Das war für mich eine Riesenüberraschung, erinnert sich Gomez an sein Profidebüt am 9. März 2004 ausgerechnet in der Champions League. Ich kriege noch heute eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, und bin Magath ewig dankbar, mir gegen einen der ganz großen Clubs sein Vertrauen geschenkt zu haben. Die Stuttgarter scheiterten aber dennoch wegen des 0:1 im Hinspiel.
Beim zweiten Auftritt des VfB in der europäischen Königsklasse ist der erneute Einzug ins Achtelfinale das Minimalziel, auch wenn nicht nur für Gomez Barcelona und Olympique Lyon die Gruppenfavoriten sind. Aber uns hatte in der Bundesliga niemand auf der Rechnung und in der Champions League vielleicht auch nicht, weist Gomez darauf hin, dass er Stuttgart den großen Coup zutraut. Mit möglichst vielen Treffern will der Tor-ero seinen Teil zum Weiterkommen beitragen. In der Bundesliga (22 Tore bei 67 Einsätzen) und Nationalmannschaft (3/3) wird Gomez seinem Ruf als Torjäger gerecht.
Wenn der Modellathlet und fest liierte Mädchenschwarm in Anlehnung an den Stierkampf jeden Treffer in Matadoren-Manier feiert, erinnern auch diese Gesten an seine spanischen Wurzeln. Vom Essen her ist mir zwar Italien am liebsten, aber Spanien ist mein Lieblingsland, sagte der im schwäbischen Riedlingen aufgewachsene Gomez. Im Sommer war ich seit längerem mal wieder in Granada. Dort, in Andalusien, leben Oma und Opa väterlicherseits und viele Verwandte. Er selbst hat die deutsche und spanische Staatsbürgerschaft, weil er sich in beiden Ländern wohlfühlt.
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