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Zwanziger: Alles tun, um dem Fußball zu dienen | 2006-09-08


Frankfurt/Main - Der neue Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB) spricht im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur über seine Wahl.

dpa: Herr Zwanziger, was bedeutet Ihnen die Wahl zum alleinigen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes?

Zwanziger: Ich kann nicht verhehlen, dass dies ein ganz besonderer Tag für mich ist. Die Wahl ist eine große Ehre. Ich möchte mich bei allen für das tolle Wahlergebnis bedanken. Ich werde alles versuchen, das mir entgegen gebrachte Vertrauen zu rechtfertigen und alles in meiner Macht stehende tun, um dem Fußball zu dienen.

dpa: In den vergangenen beiden Jahren haben Sie zusammen mit Gerhard Mayer-Vorfelder in einer Doppelspitze agiert. Wie beurteilen Sie diese Konstellation im Rückblick?

Zwanziger: Sicherlich war die Phase, in der die Doppelspitze 2004 entstanden ist, nicht einfach. Herr Mayer-Vorfelder und ich haben aber von Beginn an versucht, nicht uns, sondern den Fußball in den Mittelpunkt zu stellen. Wir wollten die Doppelspitze nicht zum Nachteil, sondern zur Weiterentwicklung des deutschen Fußballs nutzen. Ich denke, das ist uns alles in allem ganz gut gelungen.

dpa: Wo sehen Sie zu Beginn Ihrer Amtszeit die dringlichsten Aufgaben?

Zwanziger: DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun, ohne den ich nicht hier stehen würde, hat uns gelehrt, dass der Fußball mehr ist als ein 1:0. Wir müssen versuchen, die Kraft, die der deutsche Fußball durch die tolle Weltmeisterschaft in diesem Sommer erhalten hat, zu nutzen. Im sozialen und im wohltätigen Bereich müssen wir uns noch stärker positionieren.

dpa: Zu Konflikten kommt und kam es immer wieder zwischen Profis und Amateuren. Wie stehen Sie diesem Spannungsverhältnis gegenüber?

Zwanziger: Wir wissen, dass wir ohne die Nationalmannschaft, die Bundesliga und die Nachwuchsförderung nichts machen können. Wir dürfen aber auch die über 26 000 Vereine, in denen Amateurfußball gespielt wird, nicht vergessen. Es gilt, beide Seiten mit einer Brücke zu verbinden, die an beiden Ufern über feste Fundamente verfügt. Eine weitere Sache, die mir sehr am Herzen liegt, ist der Frauenfußall. Der Mädchenfußball wird ein Schwerpunkt meiner Arbeit sein.

Aufgezeichnet von Lars Reinefeld, dpa


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