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Profi-Trainer: Schauspielerei verbannen | 2006-09-05


Frankfurt/Main - Die Trainer der Fußball-Bundesliga wollen Schauspielerei ihrer Profis aus den Stadien verbannen und bei künftigen Regel-Änderungen oder -Auslegungen dringend mitsprechen dürfen.

Zu diesen Ergebnissen kamen die Sportlehrer bei der 6. Fortbildungstagung für Bundesligatrainer des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) in Frankfurt/Main. Wie der BDFL mitteilte, bestätigen die deutschen Profitrainer geschlossen, dass grobe Unsportlichkeiten von Spielern außerhalb des Spielverlaufs zukünftig nicht toleriert werden dürfen. Damit wollten die Trainer ihren Beitrag leisten, Schauspieleinlagen von Spielern nicht mehr zulassen zu wollen. Ausgelöst worden sei dieses Vorhaben durch das vorbildliche Verhalten von Klaus Augenthaler, Cheftrainer des VfL Wolfsburg, im Fall Diego Klimowicz.

Augenthaler hatte bei der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Wolfsburg (0:0) am 2. Spieltag die Schauspieleinlage seines Stürmers Klimowicz gerügt. Klimowicz-Gegenspieler Sotirios Kyrgiakos hatte nach einem leichten Rempler an dem Wolfsburger Stürmer die Rote Karte bekommen.

Zum anderen wollen die Bundesligatrainer bei Neuregelungen oder Regel-Auslegungen künftig ein Mitspracherecht haben, hieß es in einer BDFL-Erklärung weiter. Aktuell beklagen die Profitrainer den fehlenden Spielfluss durch viele Unterbrechungen und die daraus verminderte Attraktivität des Spiels. Darüber hinaus werde durch unterschiedliche Regelauslegungen der Erfolg deutscher Mannschaften im internationalen Vergleich erschwert.

BDFL-Präsident Horst Zingraf sagte der dpa, die Überlegungen der Trainer seien auf jeden Fall umsetzbar. Wenn die Spieler wüssten, dass alle Coaches so etwas wie Schauspielerei nicht wollen, kann das auch eingedämmt werden. Zudem hätten die Trainer momentan die Überzeugung, dass in den Profiligen der Spielfluss durch viele Unterbrechungen nicht optimal ist.

Mit rund 40 Teilnehmern waren in Frankfurt fast alle Cheftrainer der 1. und 2. Bundesliga anwesend. In der BDFL-Führung sind die Profitrainer vertreten durch Felix Magath von Bayern München (BDFL-Vizepräsident), Thomas Schaaf (Werder Bremen) und Jürgen Klopp vom FSV Mainz 05 (beide BDFL-Vorstand 1. Bundesliga) sowie Benno Möhlmann (SpVgg Greuther Fürth) und den Duisburger Rudi Bommer (beide BDFL- Vorstand 2. Bundesliga).


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