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Köln mit Pokal-Elan ins Spitzenspiel | 2006-10-26


München - Die Fans träumen schon vom Pokal-Finale in Berlin, beim 1. FC Köln geht aber der Alltag in der 2. Fußball-Bundesliga weiter. So schön der Sieg gegen Schalke war, jetzt stehen Meisterschaft und Aufstieg auf dem Programm, sagte FC-Trainer Hanspeter Latour.

Der Schweizer hofft, dass seine Mannschaft den Schwung aus dem 4:2-Triumph über Schalke 04 ins Schlagerspiel gegen Spitzenreiter Hansa Rostock mitnimmt. Rostocks erste Verfolger haben den Pokal hinter sich und können sich ganz auf die Liga konzentrieren. Der Karlsruher SC gastiert bei Rot-Weiss Essen, der 1. FC Kaiserslautern schließt mit dem Derby am Montag gegen den SC Freiburg den 9. Spieltag ab.

Nach drei Ligaspielen ohne Sieg sind die Geißböcke im RheinEnergiestadion zum Erfolg verpflichtet, wenn sie den Anschluss an die Spitzengruppe halten wollen. Wenn wir gegen Rostock so wie gegen Schalke spielen, kann nichts schief gehen, meinte Mittelfeldspieler Ricardo Cabanas. Spielmacher Thomas Broich dagegen warnte: Die zweite Liga ist ein ganz anderes Terrain. Das wird kein Selbstläufer. Die noch ungeschlagenen Rostocker reisen mit Respekt an den Rhein, wollen ihre Serie aber verteidigen. Ich weiß, dass wir dort gegen 50 000 Zuschauer antreten, aber ein Punkt sollte mindestens herausspringen, sagte Stürmer Djordjije Cetkovic.

An der Essener Hafenstraße, wo am Sonntag der unbesiegte KSC aufkreuzt, sind die Pokalverlierer ebenso unter sich wie am Lauterer Betzenberg, wo die roten Teufel ihren fünften Heim-Dreier landen wollen. FCK-Trainer Wolfgang Wolf dachte gleich nach dem Pokal-K.o. bei Bayern München ans Derby gegen Freiburg: Ein Sieg ist Pflicht, denn wir wollen mit aller Macht aufsteigen. Auch der SC Paderborn (gegen Unterhaching) und der FC Erzgebirge Aue (in Offenbach) können sich nach den Pokal-Niederlagen ganz auf die Liga konzentrieren.

Wacker Burghausen, das erstmals in der Vereinsgeschichte das Pokal-Achtelfinale erreichte, hofft nach dem Sieg in Lübeck in der Punkterunde auf die Wende. Der Pokalerfolg wird uns einen großen Schub geben, meinte Wacker-Trainer Markus Schupp und hofft gegen den MSV Duisburg auf den ersten Saisonheimsieg.

Der TSV 1860 München ist auch ohne Pokalstrapazen im Stress. Nach der peinlichen Delegiertenversammlung am vorigen Montag befürchtet Manager Stefan Reuter negative Auswirkungen auf die Mannschaft. Sie kriegt das Theater tagtäglich mit und wird ständig darauf angesprochen, sagte der gebürtige Franke und forderte die Spieler vor dem Derby am Freitag beim FC Augsburg zur Konzentration auf das Wesentliche auf. Sie sollen sich nur mit dem Sport und dem Fußball beschäftigen. Mit 28 000 Zuschauern ist das Augsburger Rosenaustadion zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauft. Die Begegnung zwischen Braunschweig und Fürth und das Aufsteigerduell zwischen Jena und Koblenz vervollständigen das Freitagsprogramm.


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