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Duisburg fordert Potsdam und Frankfurt | 2006-09-08


Düsseldorf - In den vergangenen sechs Jahren haben die beiden Spitzenclubs 1. FFC Frankfurt und 1. FFC Turbine Potsdam den Titel unter sich ausgemacht, doch diesmal will der FCR Duisburg ernsthaft in den Meisterkampf eingreifen.

Ich rechne mit einem Dreikampf um den Titel, wobei für mich Frankfurt auf Grund des Kaders favorisiert ist, sagte Bundestrainerin Silvia Neid der dpa vor der am 10. September beginnenden 17. Saison der Frauenfußball-Bundesliga.

Obwohl Vereine wie Bayern München, Hamburger SV, SG Essen-Schönebeck, SC Freiburg oder SC 07 Bad Neuenahr etwas aufgeholt haben, ist die Bundesliga für die DFB-Cheftrainerin noch immer eine Dreiklassengesellschaft. Hinter dem Spitzentrio ringen vier bis fünf Clubs um den Anschluss, der Rest der Liga steckt mehr oder minder von Beginn an im Kampf gegen den Abstieg. Natürlich wünscht sich jeder mehr Ausgeglichenheit, größeren Konkurrenzkampf und Spannung bis zum Schluss, sagte Neid, die sich am 1. Spieltag das Topspiel Duisburg - Bad Neuenahr anschauen wird.

Die größten Transfer-Coups gelangen UEFA-Cup-Sieger 1. FFC Frankfurt. Die Hessinnen, in der Vorsaison nur auf Rang drei, konnten Nationaltorhüterin Silke Rottenberg vom Konkurrenten Duisburg verpflichten, vom Titelverteidiger Potsdam kamen DFB-Stürmerin Petra Wimbersky und Karolin Thomas. Mit dem nach eigenem Bekunden besten Kader der Clubgeschichte will der fünfmalige Meister national und international abräumen. Wir sind unheimlich motiviert, wir wollen alle Titel, sagte Steffi Jones.

Auch Manager Siegfried Dietrich gab das Triple von UEFA-Cup, DFB-Pokal und Meisterschaft als Ziel aus. Silvia Neid glaubt, dass die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Tritschoks vor allem mit der 34 Jahre alten Rottenberg im Tor noch stärker sein wird: Silke ist sehr erfahren und kann eine Abwehr dirigieren und zusammenhalten.

Von einem 700 000-Euro-Etat wie in Frankfurt können andere Vereine in der Liga mit zwölf Mannschaften nur träumen. Und ähnliche gute Strukturen gibt es nur in Potsdam und Duisburg. Der FCR musste zwar auch den Weggang der Bundesliga-Torschützenkönigin von 2005, Shelley Thompson (zum HSV), verkraften, konnte dafür die Nationalspielerinnen Sonja Fuss (FFC Brauweiler Pulheim) und Viola Odebrecht (USA) verpflichten. Der Vorjahres-Zweite aus dem Revier will diesmal mehr als das Zünglein an der Waage sein. Wir sind gerüstet für den ganz großen Erfolg, meinte der Vorsitzende Ferdi Seidelt zuversichtlich.

Auf den ersten Blick scheint Potsdam etwas an Substanz verloren zu haben. Neben Wimbersky und Thomas verließ auch die Brasilianerin Cristiane (zum Aufsteiger VfL Wolfsburg) den Meister von 2004 und 2006. Zudem steht Anja Mittag wegen ihres Bänderrisses im Knie und ihres Engagements beim schwedischen Club Karlstad frühestens Ende Oktober wieder zur Verfügung.

Nicht zuletzt deshalb ist die mit 36 Treffern erfolgreichste Torschützin der Vorsaison, Conny Pohlers, etwas skeptisch. Durch die Abgänge wird es schwer, Meisterschaft und Pokalsieg zu wiederholen. Aber für einen Titel sollte es langen. Und wenn wir mal ein Jahr nichts holen, ist es auch kein Beinbruch, sagte die Turbine-Nationalstürmerin.


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