Rom - Finalmente - Nach der turbulentesten Sommerpause in der Geschichte des italienischen Fußballs rollt auch südlich der Alpen endlich wieder der Ball.
Vom Weltmeistertitel in den siebten Himmel katapultiert und vom Fußball-Skandal in die Hölle hinab gerissen, sehnen sich die Tifosi wieder nach dem Liga-Alltag. Nach der Verbannung in die Zweite Liga hofft Rekordmeister Juventus Turin trotz 17 Strafpunkten auf den direkten Wiederaufstieg in die Serie A, in der Inter Mailand als klarer Titelfavorit an den Start geht.
Der Fußball-Skandal hat die Ligen kräftig durcheinander gewürfelt und den Start um zwei Wochen verzögert. Juves einziges Saisonziel heißt nun sofortiger Wiederaufstieg. Trotz des Star-Ausverkaufs hat Juve mit Kapitän Alessandro Del Piero, Torwart Gianluigi Buffon und Mittelfeldspieler Mauro Camoranesi immerhin noch drei Weltmeister in seinen Reihen. Das sollte reichen, um gemeinsam mit den stark eingeschätzten SSC Neapel und FC Genua den Aufstieg zu schaffen. Erst recht, wenn das Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitees (CONI) Juve Ende September wie erwartet noch einige Strafpunkte erlässt. Wir kehren zurück, versprach Juve-Präsident Giovanni Cobolli Gigli.
Alle Projekte werden fortgeführt, sagt Generaldirektor Jean Claude Blanc. Im November startet das Juve-TV, der Umbau des Stadio delle Alpi geht voran und auch die Sponsoren bleiben dem Club treu. Ein Jahr Zweite Liga wird Juventus überleben, ein zweites Jahr Serie B könnte den Verein allerdings an den Rand des Ruins treiben.
Während Juves Weltklasse-Truppe in Rimini startet und dann weiter durch die italienische Provinz tingelt, will Inter Mailand die Gunst der Stunde nutzen: Vom Fußball-Verband nachträglich zum Meister 2006 erklärt, geht es für den selbst ernannten Meister der Ehrlichen nun darum, seinen Titel auch auf dem Platz zu bestätigen. Mit den Stürmern Zlatan Ibrahimovic und Hernan Crespo sowie der WM-Entdeckung Fabio Grosso in der Abwehr hat das Team von Trainer Roberto Mancini mächtig aufgerüstet.
Inter gehört zu den Top-Teams in Europa, sagte Ex-Juve Trainer Fabio Capello, der nach der Aufdeckung des Skandals zu Real Madrid geflüchtet war. Gegen den wegen seiner Verwicklung in die Affäre mit 19 Strafpunkten startenden AC Florenz will sich Inter zum Serie A- Start am Samstagabend gleich an die Spitze setzen.
Neben Inter gilt Rudi Völlers Ex-Club AS Rom als heißer Titelkandidat. Setzt auf Rom, empfahl der selbstbewusste Trainer Luciano Spalletti den Tifosi. Spalletti hat auch den AC Mailand auf der Rechnung, trotz der acht Strafpunkte, die Milan vom Sportgericht aufgebrummt bekam. Wir sind stark, rechnet auch Milans Vize- Präsident Adriano Galliani mit seinem Team, in dem Regisseur Andrea Pirlo pünktlich vor dem Liga-Start bis 2011 verlängerte.
Inter, Rom und Milan werden in dieser Saison den Ton angeben. Den ersten Knüller der Saison lieferte aber der AC Turin: Noch vor dem ersten Spieltag feuerte der Aufsteiger Trainer Gianni De Biasi und holte Milans früheren Meistertrainer Alberto Zaccheroni.
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