Gelsenkirchen - Wer in diesen Tagen auf dem Trainingsgelände des FC Schalke 04 vorbei schaut, der reibt sich verwundert die Augen. Denn außer Mirko Slomka und seiner Elf ist dort auch ein alter Bekannter aus der Bundesliga anzutreffen: Horst Köppel.
Der ehemalige Coach von Borussia Mönchengladbach, dessen Vertrag beim Niederrhein-Club im Mai aufgelöst wurde, bereitet sich auf dem Gelände des Gelsenkirchener Parkstadions mit seiner neuen Mannschaft Al-Wahda Abu Dhabi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auf sein Wüstenabenteuer vor.
Ein wenig Respekt hat Köppel vor seiner Aufgabe in einer auch für ihn fremden Welt schon. Ich war zwar mal für zwei Jahre in Japan und kenne mich auch durch die Trainer-Stationen in Deutschland in der Welt aus. Aber die Emirate, das ist auch für mich noch einmal ein Abenteuer, sagte der 58-Jährige. Erst vor eineinhalb Wochen unterschrieb der gebürtige Stuttgarter einen Einjahresvertrag bei Al-Wahda und begrüßte seine neue Mannschaft gemeinsam mit Co-Trainer Lothar Sippel gleich in Gelsenkirchen. Das Trainingslager hier auf Schalke war schon abgeschlossen, bevor ich mein Engagement zugesagt hatte. Aber es ist gut, dass wir hier sind, denn in Abu Dhabi sind zurzeit 50 Grad, da kannst du keinen Leistungssport betreiben.
Die Saison in dem Öl- und Wüstenstaat beginnt erst am 24. September, zehn Tage zuvor muss Al-Wahda im Pokal ran. In den insgesamt vier Wochen im Revier will Köppel sein Team, das im neuen Hotel unweit der Veltins-Arena wohnt, zunächst besser kennen lernen. Mein Englisch ist sicher nicht perfekt, aber die einfachen Dinge im Fußball kann man schon erklären, betonte Köppel, der den Vorjahres-Zweiten mit seiner Erfahrung weiterbringen will. Das Leistungsgefälle im Team sei schon sehr groß. Da sind einige gute Jungs dabei, aber andere sind sicher nicht so weit. Ich denke, dass die Truppe in etwa deutsches Zweitliga-Niveau hat.
Vor einer Woche absolvierten die Araber ihr erstes Freundschaftsspiel im Ruhrpott. Mit 2:4 unterlag das Team beim westfälischen Oberligisten Spielvereinigung Erkenschwick. Für Ende August ist auch ein Duell mit den Schalkern geplant, die voraussichtlich mit einer gemischten Mannschaft aus Ersatz-, Jugend- und Amateurspielern gegen die Gäste aus dem Orient antreten werden.
Wenngleich er täglich mit dem Rummel um den Meisterschafts-Aspiranten Schalke konfrontiert wird, schielt Köppel nicht mit einem Auge auf den Job seines Kollegen Slomka. Dafür sind bei ihm die Wunden nach der Trennung von Mönchengladbach auch noch zu frisch. Es ist nicht meine Art nachzutreten. Aber die Art und Weise, wie ich dort am Schluss behandelt wurde, war sicher nicht in Ordnung und tat unheimlich weh, sagte Köppel, der als Spieler mit seinem Nachfolger Jupp Heynckes in den 70er Jahren lange im Sturm der damaligen Fohlen-Elf wirbelte. Eine Rückkehr in die Bundesliga will Köppel nicht ausschließen. Man soll nie nie sagen, sagte er. Aber zunächst will er sich mit ganzer Kraft der Pionierarbeit in Abu-Dhabi widmen.
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