Rowdies vor Haus von Schweden-Trainer Lagerbäck | 2006-08-21
Stockholm - Eine nächtliche Attacke von Fußball-Rowdies auf das Haus von Nationaltrainer Lars Lagerbäck und ein Faustschlag von Ex-Nationalspieler Henrik Larsson mit anschließenden Morddrohungen haben Schwedens Fußball negative Schlagzeilen beschert.
Wie Lagerbäck fünf Tage nach der 0:3-Niederlage seiner Elf bestätigte, hatten enttäuschte Fans in der Nacht zuvor an seinem Wohnhaus vor den Toren von Stockholm ein Plakat mit der Aufschrift Tritt ab, Lars! angebracht.
Lagerbäck bestritt Berichte über angebliche Steinwürfe und kaputte Fensterscheiben nach der zweiten demütigenden Niederlage Schwedens gegen Deutschland innerhalb von zwei Monaten. Er habe gut geschlafen und nichts von angeblich bedrohlicher Stimmung bemerkt.
Den Eingang mehrerer Morddrohungen bestätigte dagegen der Malmöer Oberstaatsanwalt Sven-Erik Alhem, nachdem er Ermittlungen gegen Schwedens populärsten Fußballspieler Henrik Larsson wegen eines Faustschlags im Pokal-Habfinale seines Klubs Helsingborg IF gegen Elfsborg (9:7 nach Elfmeterschießen) eingeleitet hatte. Larsson schlug in der ersten Halbzeit einen Gegenspieler in den Magen, ohne dass der Schiedsrichter dies ahndete.
Alhem schrieb in einer dienstlichen Mitteilung, Larsson habe seinen Gegenspieler wie der Franzose Zinedine Zidane bei der WM absichtlich tätlich angegriffen. Dies müsse nach seiner Meinung zu normalen staatsanwältlichen Ermittlungen führen. Der bis zur WM beim FC Barcelona spielende Larsson entschuldigte sich beim Elfsborg-Spieler und muss im jeden Fall mit einer Sperre durch den Verband rechnen.