Dortmund - Am Ende ging alles so schnell wie David Odonkor sich auf dem Platz bewegt. Der Nationalspieler vom Fußball- Bundesligisten Borussia Dortmund steht kurz vor seinem Wechsel zum spanischen Erstligisten Betis Sevilla, nur die Unterschrift fehlt noch.
Wir haben uns mit dem Verein auf den Transfer geeinigt. Allerdings können wir erst Vollzug melden, wenn David in Sevilla die medizinische Untersuchung bestanden hat, wovon ich aber ausgehe, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc der dpa. Gleichwohl bestätigte Zorc, dass die Ablösesumme für den 22 Jahre alten Offensivspieler mehr als sechs Millionen Euro betrage.
Der schnelle Außenstürmer besaß in Dortmund noch einen Vertrag bis 2008, sah nach der Umstellung von Trainer Bert van Marwijk auf das 4- 4-2-System mit den beiden neuen Angreifern Alexander Frei und Nelson Valdez sowie der Verpflichtung des brasilianischen Mittelfeldspielers Tinga aber immer weniger Perspektiven. So kam das Interesse des andalusischen Clubs gerade rechtzeitig vor dem Ende Transferperiode. Betis ist auf uns zugekommen. Wir hatten seit einer Woche Kontakt, erläuterte Zorc, der danach in Gesprächen mit Odonkor dessen Wechselwillen auslotete. In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Einerseits gab es das lukrative Angebot, andererseits kam David schon als Jugendlicher vor acht Jahren zu uns. Wir haben ihn selbst ausgebildet, sagte Zorc.
Für die Borussen absolvierte Odonkor 75 Bundesligaspiele und erzielte zwei Tore. Die überraschende Berufung durch den früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann in den Weltmeisterschaftskader verhalf Odonkor zu einem Karriere-Sprung. Bei der WM überzeugte er als Joker, und stieg auch bei den BVB-Fans zum absoluten Liebling auf. Sein Trikot mit der Nummer 11 fand reißenden Absatz, doch sportlich steckte er im Verein plötzlich in der Sackgasse. Am Samstag in Stuttgart saß er 90 Minuten auf der Bank.
Gleichwohl gehört er auch für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele gegen Irland und San Marino zum DFB-Aufgebot. Ich hatte in Dortmund eine tolle Zeit. Aber nun ist der Punkt gekommen, an dem ich einen weiteren Schritt machen möchte, sagte Odonkor voller Vorfreude auf die Aufgabe in Sevilla, wo er den für 25 Millionen Euro nach Valencia transferierten Joaquin ersetzen soll.
Für ihn ist das eine Riesenchance, die wollen wir ihm nicht verbauen, erklärte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Die eingenommene Transfersumme werde zunächst auf das Festgeldkonto eingezahlt, um sie dann in der nächsten Transferperiode wieder in den sportlichen Bereich zu investieren.
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