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Sandra Minnert drängt zurück in Frauen-Elf | 2007-09-20


Wuhan - Sie ist die älteste und eine sehr erfahrene Feldspielerin im Weltmeisterteam, doch nach ihrer Verletzungspause muss sich Sandra Minnert in Geduld üben.

Natürlich wäre ich traurig, wenn ich nicht spielen würde. Auf der anderen Seite geht der Erfolg der Mannschaft vor. Und wenn die Trainerin anders entscheidet, werde ich das akzeptieren, sagte die 34 Jahre alte Abwehrspielerin zwei Tage vor dem WM-Viertelfinale der DFB-Frauen gegen Nordkorea in Wuhan.

Beim 11:0 im Auftaktmatch gegen Argentinien stand die lange am Knie verletzte Minnert noch in der Startelf. Vor dem zweiten Match zog sie sich im Training eine Oberschenkelverletzung zu. Das war schon blöd. So rückte gegen England (0:0) und Japan (2:0) die Duisburgerin Annike Krahn auf die Innenverteidiger-Position und machte ihre Sache gut. Nun ist Minnert wieder fit, konnte das gesamte Übungsprogramm beschwerdefrei absolvieren. Ob sie gegen im Alles-oder-Nichts-Spiel (Silvia Neid) gegen die starken Asiatinnen wieder auflaufen darf, weiß sie noch nicht. Natürlich hoffe ich das, aber Annike hat gut gespielt. Wir haben kein Gegentor bekommen, so die viermalige Europameisterin von SC 07 Bad Neuenahr. Und zu hoffen, dass Annike jetzt über den Ball tritt, damit ich wieder ins Team rutsche, wäre doch Schwachsinn.

Typisch Minnert. Sie war schon in ihrer erfolgreichsten Zeit beim 1. FFC Frankfurt eine echte Teamplayerin. Sie gibt immer alles, egal ob ihr durch einen Knorpelschaden geschädigtes Knie schmerzt oder nicht. Und ihr Ego über die Interessen der Mannschaft zu stellen, kommt ihr nie in den Sinn. Ich bin nicht der Typ dafür, sagte sie, schon in Frankfurt standen immer andere im Vordergrund, wurden zu Werbeterminen geschickt. Aber ich habe damit kein Problem. Sie findet es wichtiger, wenn die Leute zu Hause sagen: Du bist trotz des Erfolges normal geblieben. Vielleicht hat man ihr gerade deshalb im kleinen Heimatort Gelnhaar (Hessen) eine große Ehre erwiesen: Dort kann man nämlich den Sandra-Minnert-Weg beschreiten.

Vielleicht aber wurde Neid die Entscheidung Krahn oder Minnert schon abgenommen - und es kommen beide zum Einsatz. Denn Linda Bresonik und Sandra Smisek mussten das Training im Wuhan Sport-Center wegen Adduktorenproblemen abbrechen. Während Neid sauer war und lange auf dem Platz kreuz und quer diskutiert wurde, verbreitete Mannschaftsarzt Bernd Lasarzewski Zuversicht. Ich denke, dass wir sie rechtzeitig fit bekommen. Sollte Bresonik ausfallen, könnte Minnert für sie hinten links in der Viererkette spielen, Krahn bliebe in der Innenverteidigung.

Sollte Minnert wieder ins Team rutschen, wird sie wie immer alles geben. Egal ob ihr durch einen Knorpelschaden geschädigtes Knie schmerzt oder nicht. Schon immer stellte sie die Interessen der Mannschaft über ihr Ego. Ich bin nicht der Typ dafür, sagte sie, schon in Frankfurt standen immer andere im Vordergrund, wurden zu Werbeterminen geschickt. Aber ich habe damit kein Problem. Sie findet es wichtiger, wenn die Leute zu Hause sagen: Du bist trotz des Erfolges normal geblieben. Vielleicht hat man ihr gerade deshalb im kleinen Heimatort Gelnhaar (Hessen) eine große Ehre erwiesen: Dort kann man nämlich den Sandra-Minnert-Weg beschreiten.

Das Aushängeschild des Bundesligisten Bad Neuenahr hat allen Grund, stolz zu sein auf das Erreichte. Unzählige nationale Titel gewann sie mit dem FFC und war auch bei allen großen Erfolgen der DFB-Frauen seit 1995 dabei. Vier Europameistertitel, ein WM-Triumph und zwei olympische Bronzemedaillen zieren ihre Vita. Mit 142 Länderspielen (15 Tore) rangiert die Vorzeigeathletin in der Einsatzliste der aktuellen Spielerinnen hinter Birgit Prinz (167) und Kerstin Stegemann (165) auf Rang drei.

Womöglich wird Silvia Neid erst kurzfristig, vielleicht sogar aus dem Bauch heraus, entscheiden, wer neben Ariane Hingst spielt. Sie hat die Qual der Wahl. Für Minnert spricht die Erfahrung und ihr Vermögen, das Spiel durch lange Pässe öffnen zu können. Für Krahn die jugendliche Unbekümmertheit und ihre kompromisslose Aufräumarbeit. Ich lasse mich überraschen, meinte Minnert. Doch eines steht fest: Wir haben Respekt, aber keine Angst vor Nordkorea. Ich will nicht am Sonntag nach Hause. Ich will nochmal Weltmeisterin werden.


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