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St. Pauli verpasst Sensation: 1:2 gegen Bayern | 2006-09-09


Hamburg - Der FC St. Pauli hat nur knapp den großen Pokal- Coup gegen den FC Bayern München verpasst. Erst in der Verlängerung musste sich der Hamburger Fußball-Regionalligist mit 1:2 (1:0, 1:1) geschlagen geben.

Ausgerechnet der bis dahin herausragende Torwart Patrik Borger sorgte mit einem Eigentor für die Entscheidung zu Gunsten des Titelverteidigers (105. Minute). Nach Toren von Timo Schultz (31.) und Lukas Podolski (46.) hatte es vor 19 400 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion 1:1 gestanden. Der 13-malige Champion zog damit trotz einer schwachen Vorstellung und einer Roten Karte für Lucio nach einem Ellbogencheck gegen Thomas Meggle (91.) in die zweite Runde ein. Pauli-Kapitän Fabio Morena sah kurz vor Schluss (120.) die Gelb-Rote Karte.

Eigentlich hätte der Favorit gewarnt sein müssen vom Halbfinal- Duell vor fünf Monaten, als sich die Bayern klar mit 3:0, aber dennoch nur mit viel Mühe durchsetzten. Doch die Mannschaft von Felix Magath beschränkte sich zunächst allzu sehr auf den Versuch, das Spiel zu kontrollieren, wirkte dabei aber ideenlos und ohne inneren Zusammenhalt. Magath bot zwar seinen vom FC Barcelona gekommenen Neueinkauf Mark van Bommel von Beginn an auf, doch für Struktur oder gar Torgefahr sorgte der Niederländer nicht.

Ganz anders der Außenseiter, der sich mit Hilfe der Fans im Rücken einmal mehr zu einer besonderen Leistung aufschwang. Angeführt von Meggle, dem Weltpokalsieger-Besieger von 2002, kamen die Hamburger dem von Michael Rensing gehüteten Tor Schritt für Schritt näher. Magath hatte sich getäuscht, als er einen ruhigen Abend für den Kahn- Stellvertreter vorhergesagt hatte. Bei einer Direktabnahme von Meggle (19.) und einem Schuss von Schultz (21.) musste er sein ganzes Können zeigen.

In der 31. Minute setzte zunächst Michel Mazingu-Dinzey einen Versuch knapp neben das Tor. Kurz darauf flankte er von der rechten Seite in den Rücken der Abwehr, wo Schultz lauerte und direkt und flach zur verdienten Führung einschoss.

Zur Pause brachte Magath Podolski und Bastian Schweinsteiger für Martin Demichelis und den wirkungslosen Roy Makaay - es war die richtige Maßnahme: Nach nur 25 Sekunden gelang Podolski aus kurzer Distanz der Ausgleich. Es war erst die zweite Torchance der Bayern überhaupt. Sofort wirkte der Favorit von seiner Last befreit und übernahm das Kommando. Gleich drei Mal musste St.-Pauli-Keeper Borger in großer Not retten: bei einem van-Bommel-Schuss (52.), gegen Podolski, der frei vor ihm auftauchte (58.), und bei einer Großchance des eingewechselten Mehmet Scholl (76.).

Nach dem Platzverweis gegen Lucio in der ersten Minute der Verlängerung schien St. Pauli wieder alle Trümpfe in der Hand zu haben. Doch ausgerechnet Borger, der den Vorzug vor dem neu verpflichteten Timo Reus erhalten hatte, unterlief das bittere Missgeschick: Eine Flanke von Philipp Lahm beförderte er ins eigene Tor.


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