Thessaloniki - Bei schwerer Randale sind am Wochenende in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki mehrere Menschen verletzt und erhebliche Schäden angerichtet worden.
Die Ausschreitungen, die auch die Eröffnung einer internationalen Messe in der Stadt beeinträchtigten, begannen in der Nacht zum Samstag. Bei einer Demonstration gegen Entlassungen und Arbeitslosigkeit sowie für die Rettung des schwer angeschlagenen griechischen Fußballclubs PAOK Saloniki schleuderten aufgebrachte Menschen und Hooligans Leuchtkugeln, Steine, Holzlatten und andere Gegenstände auf Polizisten und ins Ausstellungsgelände. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein.
Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis musste 20 Minuten lang warten und einen anderen Weg nehmen, um die Ausstellung zu eröffnen. Zwei Polizisten erlitten leichte Verletzungen. Sieben Demonstranten wurden festgenommen und am Samstag der Justiz vorgeführt, teilte ein Polizeisprecher mit. Zudem wurden mehrere Geschäfte verwüstet und Autos zerstört, berichtete das Fernsehen am Sonntag.
Zu den Ausschreitungen war es nach einer zunächst friedlich verlaufenen Demonstration von rund 20 000 Menschen gekommen. Dann hätten sich plötzlich Randalierer aus dem Zug gelöst und Dutzende Brandflaschen auf Polizei, Geschäfte und Autos geworfen, berichtete der Rundfunk von Thessaloniki. Mindestens zehn Fahrzeuge seien völlig ausgebrannt. Später kam es im Zentrum der Hafenstadt zu Zusammenstößen. Hunderte Menschen flohen in Panik aus der Innenstadt.
Während der Messe-Eröffnung in Thessaloniki im September gibt der griechische Ministerpräsident traditionell den Haushalt seiner Regierung für die kommenden Monate bekannt. Gewerkschaften, aber auch andere Vereinigungen nutzen die Gelegenheit, um mit Demonstrationen auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, so auch Fans des griechischen Erstligisten PAOK Saloniki. Der Club hat nach Schätzungen der griechischen Sportpresse einen Schuldenberg zwischen 20 und 30 Millionen Euro angehäuft. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte den Verein im Juni deshalb vom UEFA-Pokal-Wettbewerb ausgeschlossen.
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